Fotoausschnitte spielender Kinder

Sieben Gründe für eine frühe mathematischen Bildung

von Prof. Gerhard Preiß

  1. In der Zeit vom 3. bis zum 6. Lebensjahr verfügt das Gehirn des Menschen über eine besonders hohe Formbarkeit. In dieser Zeit werden prägende neuronale Netze angelegt, die das ganze Leben lang wirksam bleiben. Nutzt man diese Zeit nicht, so entwickeln sich einige Anlagen nicht mehr optimal.
  2. Jede Gesellschaft steht in der Verantwortung, die heranwachsende Generation sorgfältig und umfassend auf die Bedingungen des künftigen Lebens vorzubereiten. Die Rolle, die dabei einer breiten und gründlichen mathematischen Bildung zukommt, war noch nie so wichtig wie in der modernen Welt.
  3. Die Muttersprache lernen Kinder ohne besondere Anstrengung und können schon mit zwei oder drei Jahren die schwierigen Regeln der Grammatik fast mühelos anwenden. Die mathematische Sprache lernen die Kinder jedoch nicht so nebenbei, obwohl die entsprechende Anlage prinzipiell vorhanden ist. Für das Lernen von Mathematik muss eine anregende Lern-Umwelt, ein für Kinder geeignetes "Zahlenland", besonders gestaltet werden.
  4. Wir können es uns (als Industriegesellschaft) im 21. Jahrhundert nicht mehr leisten, die erstaunliche Fähigkeit des menschlichen Gehirns, Mathematik zu verstehen und anzuwenden, als seltene und naturgegebene Begabung aufzufassen, über die nur wenige Menschen verfügen. Auch mathematische Begabung entfaltet sich dann am besten, wenn die Kinder Gelegenheit erhalten, sich im Lernen zu üben und ihre Neigungen zu erproben.
  5. Das Beispiel der musikalische Früherziehung zeigt, dass sich eine breite Bereitschaft, Musik zu betreiben erzielen lässt, auf deren Basis sich dann sehr viel mehr Spitzenbegabungen entfalten können, als es zuvor der Fall war. Ein entsprechender Effekt darf auch bei einer breiten mathematischen Früherziehung erwartet werden.
  6. Viele Menschen haben eine Abneigung und sogar Angst vor der Mathematik. Durch das Projekt sollen die Kinder die Welt der Zahlen als wertvolles und erreichbares Ziel erleben, das mit fröhlichen Erlebnissen verbunden ist.
  7. Bietet man Kindern früh Gelegenheiten an, die Welt der Mathematik anschaulich und geometrisch (als ein mit ihrer Lebenswelt verbundenes "Zahlenland") zu erkunden, so leistet man auch einen Beitrag zur Entwicklung aller Kräfte des Gehirns.
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Preiß, G. (Hrsg.) (1996) Neurodidaktik: theoretische und praktische Beiträge. Pfaffenweiler, Centaurus Verl.-Ges. (Schriftenreihe der Pädagogischen Hochschule Freiburg, Bd. 10), im Buchhandel erhältlich ISBN 3825501248, Buchpreis: 25,46 EURO
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Titelblatt Fachzeitschrift

Heft 01+02/2004 von "Bildung, Erziehung, Betreuung von Kindern in Bayern", der Fachzeitschrift des Staatsinstituts für Frühpädagogik in München (IFP) enthält zum Thema "Mathematische Bildung" einen Kurzüberblik zu math. Standards von Kathy Richardson sowie eine Vorstellung der Entdeckungen im Zahlenland von Prof. Preiß.
Das Heft ist auf der Internetseite des IFP per Downlaod verfügbar:

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Quelle: http://www.zahlenland.info/de/leitgedanken/gruende/
[12.03.2010, 19:04Uhr] - die Informationsplattform zu den Entdeckungen im Zahlenland von Prof. Preiß
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